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Projekt führt zu Stiftsdamen
Kochstedter Schule ist bei "denkmal aktiv" dabei – Schüler forschen zu Mosigkau
Von unserer Redakteurin Ilka Hilger
Dessau/MZ. Das Bemühen der Kochstedter Sekundarschüler trägt Früchte. Schon seit längerem interessierten sich Mädchen und Junges des Vorortes für das Schloss und den Park im benachbarten Mosigkau. In regelmäßigen Abständen sind die Jugendlichen dort zu Gast, verbringen in den historischen Gemäuern mal Unterrichtsstunden oder organisieren Kunstausstellungen, die natürlich und vor allem immer wieder Schloss und Park als beliebtestes Motiv aufweisen.
In der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, zu der das Schloss gehört, ist Katharina Bechler froh, wenn sich die Kontakte zu Schulen nicht nur auf einzelne Veranstaltungen beschränken. Noch froher war die Museumspädagogin wohl, als der Sekundarschule der Sprung in das bundesweite Programm "denkmal aktiv" gelang. Nach der Sekundarschule "Friedrich Schiller" ist es damit einer zweiten Schule in Dessau gelungen, Aufnahme in diese Schulaktion zu finden. Forschten die Schiller-Schüler zwei Jahre lang über Denkmäler und Besonderheiten des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches, so bleiben die Kochstedter dem Mosigkauer Schloss und ganz speziell dem Stiftsdamenfriedhof treu. Dort werden die Mädchen und Jungen den Zustand des Friedhofes und auch vorhandene Schäden aufnehmen. Unter fachlicher Anleitung wollen sie den Friedhof pflegen, Schäden beheben und sich mit dessen Geschichte beschäftigen.
Damit erfüllen die Kochstedter genau die Intentionen, aus denen heraus "denkmal aktiv" ins Leben gerufen wurde: Die Jugend soll an den Denkmalschutz heran geführt werden. Mit ihrem Projekt wollen die Jugendlichen den Stiftsdamenfriedhof das "Hochadeligen Frauenstifts" als kulturelles Erbe erhalten und schützen.
"Unser Ziel ist es, den Friedhof wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und ihn als Ort der Geschichte zu begreifen", sagt Schulleiterin Barbara Fleischer . Den Schülern solle dabei klar werden, dass auch ein Friedhof zu den schützenswerten Denkmalen gehören kann. "Friedhöfe sind Orte des Gedenkens", weiß sie.
Deshalb werde die Schüler einer 7. Klasse im Ethikunterricht auch die Formen des Gedenkens und Trauerns analysieren. Unter kunstgeschichtlichem Aspekt untersuchen sie die Gestaltung der Grabsteine, beschäftigen sich mit den Symbolen und Inschriften darauf. "Dabei wird uns der Besuch bei einem Steinmetz helfen", informiert die Schulleiterin. Selbst an Biologie kommen die Projektteilnehmer nicht vorbei: In einem Plan will man die vorhandenen Pflanzen kennzeichnen und bestimmen.
Echte Forschungsarbeit kommt auf die jungen Leute zu, wenn sie die Biografien der Verstorbenen und deren Lebensumstände ergründen. Ein Schatz für derartige Recherchen sind das Archiv und die Bibliothek der Kulturstiftung, wo es einiges zum Thema zu erfahren gibt. All die Forschungsergebnisse, die in verschiedenen Gruppen erarbeitet werden, gipfeln in einer Ausstellung zur Museumsnacht und zum Tag des offenen Denkmals. Ein Flyer wird schließlich die Ergebnisse zusammen fassen. Dass dieser einen festen Platz im Archiv der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz bekommt, ist anzunehmen.
Mitteldeutsche Zeitung vom 28.11.03
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