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Schüler gehen ins Kloster
Friedrich-von-Spee-Gesamtschule Paderborn beteiligt sich in Dalheim an Projekt zum Denkmalschutz

Von Anja Sparbrod
Lichtenau. Kichernd streifen sich die Jungen und Mädchen die weißen Leinengewänder über ihre Kleidung. "Wie siehst du denn aus!" Doppelknoten in den Gürtel, fertig sind die Novizen. "Novize, das heißt Neuling - ihr seid also Mönche in Ausbildung", erläutert Verena Sauerwald. Sie ist Mitarbeiterin des Westfälischen Museums für Klosterkultur im Kloster Dalheim.

Die neu eingekleideten Novizen werden nun über das Gelände und durch das Kloster geführt. Es sind Schüler der neunten Klasse der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule in Paderborn. Statt Englisch, Deutsch und Kunst steht heute Nachmittag "Klosterleben" auf dem Stundenplan. Und obwohl ihre Schule nur 22 Kilometer von Dalheim entfernt liegt, ist in diesem Kloster noch keiner der 65 Schüler gewesen. "Ich finde das schön. Ich mag so alte Gebäude", sagt Daisy Elas. Neugierig blickt die 14-Jährige im Kreuzgang nach oben, wo noch Reste von alten Zeichnungen zu sehen sind. Im Gänsemarsch, die Hände in die Ärmel gesteckt, folgen die Jungmönche der Museumsmitarbeiterin.

Die Paderborner Gesamtschule ist eine von 60 Schulen in Deutschland, die sich in diesem Schuljahr an der Aktion "Denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule" der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beteiligen. "Die Schulteams engagieren sich für ein Kulturdenkmal in ihrer Umgebung und tragen dazu bei, dass die Denkmäler in der Öffentlichkeit stärker Beachtung finden", erläutert Carolin Poeplau von der Bonner Stiftung.

Michael Aßmann, Kunstlehrer an der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule, der sich um die Teilnahme an dem Projekt beworben hatte, hat zumindest schon einmal erreicht, dass sich seine Schüler den alten Klostermauern nähern. "Ich finde das ganz interessant", gibt Christoph Dyballa zu. Und spannender als Lateinunterricht im Klassenzimmer ist das Entziffern der alten Inschriften allemal.

Verena Sauerwald führt ihre Novizen in die Geheimnisse des Klosters ein. Sie erzählt davon, dass Dalheim zunächst als Frauenkloster gegründet wurde. 1452 zogen Augustiner-Chorherren ein, eher agrarisch orientierte Mönche, die dem Kloster zu neuer Blüte verhalfen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde daraus eine große barocke Anlage - Überreste davon werden derzeit noch auf dem Gelände ausgegraben. "Einige Projektteilnehmer sollen im nächsten Jahr auch bei Ausgrabungen mitmachen", erzählt Aßmann.

Doch zunächst erforschen die Schüler fächerübergreifend das jetzige Kloster und befassen sich mit Klosterentstehung und -alltag. Ein Buch soll erstellt werden, in dem ein fiktiver Augustiner-Mönch von seinen Erlebnissen berichtete. "Dabei möchten wir auch unsere Partnerschulen in Estland und Finnland einbinden", so Aßmann. Bielefelder Tageblatt vom 14.09.05




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