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Denkmal macht Schule
Fallersleben-Gymnasiasten führen morgen durch Schloss Ettersburg

Weimar/Ettersburg. (tlz)
Mittlerweile kennen sie Schloss Ettersburg wie ihre Westentasche: Seit zwei Jahren beschäftigen sich 23 Schülerinnen und Schüler des Fallersleben-Gymnasiums im Rahmen des Projektes "denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule" der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit dem Denkmalensemble. Bundesweit waren für das Projekt seinerzeit rund 50 Schulen ausgewählt worden, das Fallersleben-Gymnasium als einziges in Stadt und Kreis. "Unheimlich an Selbstbewusstsein gewonnen" hätten ihre Schützlinge, beobachtet Klassenlehrerin Undine Schultze, die sich 2003 auf Anhieb für die Idee "Kulturerbe macht Schule" begeistern konnte, als Dr. Jürgen Seifert vom Ortskuratorium sie daraufhin ansprach. Auch Schulleiterin Doris Achenbach gab sofort grünes Licht. "Gefallen hat's ihnen, insbesondere das praktische Arbeiten", schildert die Klassenlehrerin die Resonanz. Und das, obwohl "sehr viel Arbeit", auch Freizeit investiert werden musste.

Etwas davon wird sich der Öffentlichkeit morgen am Tag des offenen Denkmals, mitteilen, wenn die Gymnasiasten nicht nur in einer Ausstellung Ergebnisse der zweijährigen Projektarbeit vorstellen, sondern in historischen Kostümen durch Schloss und Park führen und ihre Gäste mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen bewirten. "Wir freuen uns richtig auf den Sonntag", erhoffen die 15- bis 16-Jährigen und ihre Lehrerin sich wiederum ein großes öffentliches Echo. Schon im Vorjahr erwies sich ihre Projektpräsentation zum Denkmaltag als Besuchermagnet: "Der Ansturm war so groß, dass Führungen zwei Mal stattfinden mussten", erinnert Jürgen Seifert. Er stand der Klasse, heute: 10c von Anfang an helfend und unterstützend zur Seite.

"Gestaltungs- und Schmuckelemente" nahmen sich die Jugendlichen, diesmal im Verbund mit weiteren Schulen aus Annaberg, Jena und Litvinov/Tschechien, im Schuljahr 2004/05 vor. Es entstanden Dokumentationsmappen, Fotoreihen, Zeichnungen und Radierungen, Modelle, eine CD mit Projektergebnissen, Lesezeichen und T-Shirts. In den Fächern Chemie und Geografie beispielsweise wurde das Material Gips, das vielen Schmuckelementen zugrunde liegt, untersucht. Im Kunstunterricht ging es um die Frage der Herstellung von Stuck, außerdem um Konservierung.

Im Schuljahr zuvor stand dagegen das Thema "Denkmal und Kulturerbe" an. Recherchen nach Quellenmaterial und Kontakt vor Ort standen dabei ebenso auf dem Programm wie eine genauere Analyse des Schlosses und des Parks zur Goethezeit und zur NS-Zeit, die Untersuchung der Schlossanlage heute, ihrer baulichen und denkmalpflegerischen Besonderheiten. Ein weiteres Schuljahr werden die Zehntklässler sich indes nicht mit Schloss Ettersburg befassen können. Prüfungen zur Leistungsfeststellung fordern den ganzen Einsatz der Schüler. Und in Schloss Ettersburg beginnen noch in diesem Jahr die Sanierungsarbeiten.

Thüringische Landeszeitung vom 10.09.06




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