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Wie Denkmalschutz Spaß macht
Kulturerbe macht mit "denkmal aktiv" Schule an Ostthüringer Schulen

von Angelika Munteanu

Gera. Die Podiumsdiskussion mit dem Kultusminister gestern im Thüringer Pavillon war kurzfristig abgesagt. Dass Denkmalschutz Spaß machen kann, das versicherten die Ostthüringer Akteure von "denkmal aktiv" auch ohne Landesregierung auf der Buga glaubhaft.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat "denkmal aktiv" ins Leben gerufen, unterstützt von zahlreichen Partnern - auch vom Thüringer Kultusministerium. Das Ziel: Kulturerbe soll Schule machen. In Jena und im Altenburger Land hatten sich vor zwei Jahren Schulen zusammengeschlossen, um aktiv Denkmäler zu schützen. "Ich wurde gefragt, ob ich Lust hätte, dazu etwas mit meiner Klasse zu machen", erinnert sich Janek Fahrow, Lehrer an der Regelschule Langenleuba-Niederhain, "ich war etwas überrumpelt, aber es hat richtig Spaß gemacht." Auch den Schülern. Ihr Projekt: die regionaltypischen, meist verfallenen Vierseitenhöfe. Um den Schülern der achten Hauptschulklasse einen schnell zu verwirklichenden Erfolg zu garantieren, nahm man sich einen angrenzenden verwilderten Bauerngarten vor. Binnen drei Tagen war der Wildwuchs ausgetauscht, 1500 Buxbäume wurden zur Beetmarkierung gepflanzt und im zweiten Jahr Nutz- und Zierpflanzen. Ein besonders interessierter Schüler, den ein Bauerngärtner entdeckte, hat nun sogar die Chance auf eine Lehrstelle.

Die Regelschule Gößnitz und "Am Eichberg" Schmölln widmeten sich unterdessen dem Renaissanceschloss Ponitz. Die Schüler erforschten Geschichte und Archäologie, lernten beim Förderverein Schloss Trebsen das Mauern und mauerten dann selbst mit Natursteinen und Ziegeln einen Teil der zerfallenen Schlossmauer in Ponitz. "Die tollste Sache war ein Spitzbogen - er ist sogar stehen geblieben", erzählt Kunstlehrerin und Projektkoordinatorin Brita Weiße. In Jena widmeten sich mehrere Schulen gemeinsam mit der Berufsschule "Karl Volkmar Stoy" der Geschichte des Reformpädagogen aus dem 19. Jahrhundert. Er habe in die Lehrerausbildung die praktische Ausbildung eingeführt, sagt Birgit Sterzing. Diese Anliegen verfolgt auch "denkmal aktiv". Schließlich haben es die Jenaer sogar geschafft, das Stoy-Denkmal am Rennsteig zu erneuern, dank zusätzlicher Thüringer Lottomittel als Förderung. Eine offizielle Fortsetzung der Projekte gibt es nach den zwei Jahren nicht. Für die Teilnehmer ist der Denkmalschutz aber nicht beendet. Schüler spielen dazu Theaterstücke, eine Arbeitsgemeinschaft pflegt Bauerngärten. Doch für die weiterhin nötige Handwerksarbeit fehlt das Geld.

Ostthüringer Zeitung vom 12.07.07




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