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"Wir sehen Cuxhaven mit anderen Augen"
Schulklasse des AAG auf den Spuren denkmalgeschützter Gebäude in Cuxhaven
mr. - Die Aussicht auf eine Klassenreise nach Berlin war sicher ein Punkt, der es der Klasse 11 d des Amandus-Abendroth-Gymnasiums leicht machte, "ja" zu sagen, als Klassenlehrer Peter Joost sie frage, ob sie nicht am Projekt "denkmal aktiv" teilnehmen wollten. Ein Jahr später stellen die Schülerinnen und Schüler einhellig fest: Das Projekt hat ihnen weit mehr gebracht. Sie gehen jetzt mit ganz anderen Augen durch die Stadt.
Für eine Broschüre, die sich pünktlich zum Tag der Niedersachsen präsentieren konnten, hatten sich die Schüler darangemacht, hinter die Fassaden denkmalgeschützter gründerzeitlicher Gebäude (erbaut vor dem 1. Weltkrieg) der Stadt zu blicken. Natürlich war auch der 100. Stadtgeburtstag ein passender Anlass für dieses Geschichtsprojekt.
Interviews geführt
Dabei näherten sich die Jugendlichen der Grimmershörnkaserne ebenso wie dem Ensemble Deichstraße 4 bis 10, dem Amtsgericht, dem Wasserturm sowie einzelnen Häusern in der Neuen Reihe. Sie interviewten den neuen Eigentümer der Kasernengebäude, Helmut König, forschten im Stadtarchiv und luden Gesprächspartner wie Hans-Hermann Milkert von der Marinekameradschaft Cuxhaven ein. Gespräche mit Experten des Landkreises sowie Exkursionen nach Berlin, bei der Häuser bzw. Straßenzüge in verschiedenen Stadtteilen erkundet wurden, schärften den Blick für Gebäude aus verschiedenen Epochen und die Belange des Denkmalschutzes überhaupt.
"Wir wussten vorher gar nicht, wie viele Gebäude in Cuxhaven denkmalgeschützt sind - und vor allem warum,", berichten die Elftklässler. Denn nicht nur offenkundig auffallende Baustile verdienen den Denkmalschutz, sondern auch Gebäude, die charakteristisch für eine Handwerkstechnik oder für eine Lebensweise sind oder die einem bestimmten Zweck dienten.
Austausch der Schulen
Das von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz geförderte Projekt "denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule" hat Schulen bundesweit angesprochen. Natürlich sollten die sich auch untereinander austauschen. So hatten zwei Schülerinnen zusammen mit ihrem Lehrer Gelegenheit, an einem Treffen auf Schloss Raesfeld andere Gruppen zu treffen und sich weiter fortzubilden. Eng war auch der Kontakt zur Partnerschule, dem Schulzentrum Geschwister Scholl in Bremerhaven, mit der zusammen die Cuxhavener im Juni nach Berlin fuhren und in der vier Klassenmitglieder einen Workshop zur Broschürenherstellung besuchten.
"Uns ist bewusst geworden, in welcher Umgebung wir leben," sagen die Schüler rückblickend. Sie bedanken sich für vielfältige Unterstützung bei der Stadtsparkasse Cuxhaven, dem Stadtarchiv, dem Katasteramt Otterndorf, den unteren Denkmalschutzbehörden Stadt und Landkreis Cuxhaven und anderen Unterstützern.
Cuxhavener Nachrichten vom 26.07.07
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